Mein Mann und ich sind Mitglied im ZDRK. Das ist der Zentralverband deutscher Kaninchenzüchter. In ganz Deutschland gibt es dann die einzelnen Landesverbände und schließlich auch die Ortsgruppen. Jeder Ortsverein hat eine eigene Nummer, die das Kaninchen ins rechte Ohr Tätowiert bekommt. Das H steht für Hessen, die 189 Beispielsweise für den Verein Limburg und Umgebung. Unsere Kaninchen haben verschiedene Tätos im Ohr, da wir auch Blutfremde Kaninchen öfter in unsere Zucht kaufen, um Inzucht zu vermeiden ( obwohl Inzucht und Linienzucht manchmal sein muss und nicht verboten ist! ). Alle unsere Kaninchen sind Tätowiert, sofern sie unserer Zucht entstammen. Im Linken Ohr haben die Ausstellungstiere den Geburtsmonat, Jahreszahl und laufende Zuchtbuchnummer. Bsp. H 88 rechts Verein Hessen Oberzeuzheim, 378 links März 2007 geboren, laufende Nummer im Zuchtbuch des Vereins 8.
Da die Löwenkaninchen, Cashmerwidder ( sind nur in England anerkannt ), und die bunten Farbenzwerge keine vom ZDK anerkannte Rasse sind, haben diese nur ein H im Ohr. Auch das hat besondere Gründe. Zum einen bekommen wir öfter Riesenkaninchen gebracht, die angeblich bei uns als Zwerge gekauft wurden.
Ein Blick ins Ohr reicht aus, um den Leuten zu sagen:
" Dieses Kaninchen stammt nicht von unserem Hof. "
Obwohl wir meistens auch diese Kaninchen bei uns aufnehmen, wo sollen sie denn sonst hin? Im Tierheim sitzen sie meist ein Leben lang, und oft genug bekommen wir auch vom Tierschutz Kaninchen zum aufpäppeln und vermitteln gebracht.
Zum anderen möchte ich, das ausgesetzte oder im Tierheim abgegebene Kaninchen wieder nach Hause kommen. So bekomme ich immer Bescheid, wenn ein solches Kaninchen aufgefunden wird und hole es nach Hause. Doch Gott sei Dank ist dies noch nie der Fall gewesen, denn wir betreuen unsere Kunden so gut das dass Kaninchen entweder für immer in der Familie bleibt, oder sie es uns direkt zurückbringen. Das kann verschiedene Ursachen haben. Meist sind es die Kinder die sich nach anfänglicher Euphorie nicht mehr um das Tier kümmern, manchmal sind es plötzlich auftretende Allergien und manchmal passt das abgegebene Tier auch einfach nicht in die Familie. Auch das gibt es. Und in all den Fällen kommt das Tier dann zu uns zurück. Oft vermittle ich diese dann weiter, manchmal behalte ich sie auch in der Zucht oder sie verbringen ihren Lebensabend in unserem Altenheim.
Der Standard ist ein Ringbuch in dem alle in Deutschland zugelassenen Rassen mit ihren besonderen Eigenschaften, Größen, Gewicht, Aussehen etc. genau beschrieben sind. Im folgenden führe ich nun die Rassen die wir Züchten auf, wie sie vom Standard her aussehen sollen.
2. Körperform und Bau: Der Körper ist kurz und gedrungen, breit mit einer schönen Rückenlinie, ein gut abgerundetes Becken, ein kurzer kräftiger Nacken ohne sichtbaren Hals. Die Läufe sin kurz und stark. Die Häsin ist etwas feiner als der Rammler und frei von jedem Wammenansatz ( Doppelkinn ).
3. Fell: Das Fell zeichnet sich durch eine dichte Unterwolle und gleichmäßige Begrannung aus. Es ist verhältnismäßig kurz, die Ohren sind gut behaart.
4. Kopf: Der Kopf ist eigentlich das wichtigste am Widder. Er ist ausgeprägt, kurz und kräftig. Eine breite, gut entwickelte Schnauzpartie und starke Kinnbacken gehören ebenso wie die breite Stirn und die schöne Ramsnase zum Widder dazu.
5. Behang: Auch der Behang ( Ohren ) ist sehr wichtig, er besitzt an den Ohrenansätzen eine ausgeprägte Wulst ( Krone ), und wird hufeisenförmig, mit der Schallöffnung nach innen zum Kopf getragen. Der Behang ist am Ende abgerundet und misst bei Zwergwiddern von der einen bis zur anderen Ohrspitze zwischen 24 - 28 cm.
6. Farbe und Zeichnung: Anerkannt sind folgende Farben: Wild- Eisen- Hasengrau, Weiß rot und blauauge, Blau, Schwarz, Thüringerfarben, die Mantelscheckung als einzigste Scheckungsfarbe, Japaner, Rhön, Blau Weiß.
7. Pflegezustand: Die Tiere sollen ihrer Rasse entsprechend das gewünschte Midestgewicht haben. Die Füße sauber, ohne jeglicher verschmutzung ( Urin, Kot, keine wunden Läufe ). Die Aftergegend sauber, ebenso saubere gepflegte Ohren ( Widder neigen öfter zu Milben und Ohrverschmutzung ). Ein rundherum gesundes, gepflegtes Tier eben wie es eigentlich bei allen Tieren, nicht nur bei Kaninchen Standard sein sollte :-)
Da es wie gesagt bei den Löwchen noch keinen festgelegten Standard gibt kann ich nur beschreiben wie unsere Tiere aussehen. Anbei sei erwähnt, das die langen Haare nicht bei jeder Verpaarung rausfallen. Ich hatte schon Würfe von 3 bis 8 Jungtieren wo alle langes Fell hatten oder kein einziger, obwohl beide Eltern langhaarig waren. Es gibt auch Würfe wo beides vorkommt. Das ist eigentlich meistens so bei unseren. Manchmal ist das Fell auch ganz unterschiedlich lang. Normal ist ja nur die Löwenmähne am Hals. Letztes Jahr hatten wir in einem Wurf zwei komplett langhaarige Tiere. Ihr Fell sich aber deutlich von dem des Cashmerwidders und Teddys unterschied. Und solange das alles so unbeständig ist wird der ZDK diese Rasse wohl niemals als solche anerkennen. Auch die Größe und das Gewicht der einzelnen Tiere ist sehr variabel. Jedoch gibt es mittlerweile viele Löwenfans und vielleicht schaffen wir es ja diese Rasse für die älteren Herren des ZDK so interessant zu machen, das sie eines Tages doch in den Standard aufgenommen werden!
Also auf gehts an eine Beschreibung !
1. Gewicht: 1,2 bis 2,5 kg. Die Grenze sollte jedoch auch auf 2,00 Kg reduziert werden. Widder sind halt leidenschaftliche Esser ( auch die Reinrassigen ! ), daher sollte man das Gewicht im Auge behalten, denn eine Überfettung ist für kein Tier gut!
2. Körperform und Bau: Siehe Zwergwidder
3. Fell: Das Fell ist dicht und weich. Das Langhaar soll sich wie bei einem Löwenmännchen rund um Hals, Brust, Backen und Ohren erstrecken. Es ist sehr dicht und weich dort und kann von 3 bis 10 cm länge sein. Es darf auch durchaus etwas wellig sein.
4. Kopfbildung: Siehe Zwergwidder
5. Behang: Oft ist der Behang noch nicht so toll. Manchmal liegt nur ein Ohr richtig und das andere stellt sich immer wieder mal auf. Daran muss noch gearbeitet werden. Meist sind die Ohren im Vergleich zu anderen Widdern auch etwas schmaler und kürzer. Ziel ist es aber dem Widdertyp an sich nahe zu kommen. Also siehe Zwergwidder Beschreibung
6. Farbe und Zeichnung: Hier finde ich kann man alle Farben und Farbanschläge zulassen. Bei mir gehen die Japaner und Rhönfarbigen Tier am besten. Umso bunter umso schöner.
7 Pflegezustand: Wie schon erwähnt sollte jedes Tier gesund sein, die Krallen geschnitten haben und sauber sein. Klare Augen und kein Nasenausfluss gehören auch dazu.
Eine sehr schöne Rasse, die jedoch durch ihr langes, weiches Fell viel Pflege braucht. Das Fell ist dicht, und am ganzen Körper lang. Die Rasse ist in Deutschland nicht zugelassen, in England und Holland dagegen schon. Ich habe mein Zuchtpärchen aus England, mittlerweile gibt es sie aber auch hier zu kaufen. Sie sind jedoch noch recht Teuer, da selten.
Doch nun ein paar Worte zum Englischen Standard. Der verlangte Widdertyp ist wie bei uns. Kurz, gedrungen, die Typischen Hängeohren ( die im englischen to lop heißen ), der dicke Ramskopf usw. Die Engländer unterscheiden zwischen dem Cashmere Lop und dem Mini Cashmere Lop. Der normale Cashi hat ein Idealgewicht von 2,15 Kg und höchstens 2,37. Der Mini ist wie der Name schon sagt kleiner und daher auch leichter mit einem Höchstgewicht von 1,60 Kg. Es gibt ihn in vielen verschiedenen Farben. Zugelassene Farben sind einfarbige Tiere, Sealpoint, Agouti, Siamese, Smoke uä.
1. Gewicht: Normalgewicht 1,1 Kg Mindestgewicht 1,00 Kg, Höchstgewicht 1,5 Kg.
2. Körperform und Bau: Die Körperform ist gedrungen und Walzenförmig, vorne und hinten gleichbreit. Die Blume ist klein und liegt dicht am Körper an. Die kurzen Läufe sind dem Körper angepasst.
3. Fell: Von einem Zwergkaninchen wird ein kurzes, dichtes und weiches Fell verlangt. Die Begrannung ist fein und gleichmäßig. Auch die Ohren sind gut behaart.
4. Kopf und Ohren: Der Kopf ist groß im Verhältnis zum restlichen Körper des Zwerges. Die Stirn und die Schnauze sind breit. der Kopf sitzt ohne erkennbaren Hals dicht am Rumpf. Die Ohren sind sehr kurz, höchstens 5,5 cm und stehen dicht zusammen.
5. Farben: Alle einfarbigen Tiere sind zugelassen, alle Silberungen, viele Scheckzeichnungen, ebenso die Loh, Hotot, Japanerfarbigen Tiere. Auch die Russen, Holländer, Thüringer und Rhönfarbenen Tiere dürfen Tätowiert und Ausgestellt werden.
Der Pflegezustand gilt wie schon erwähnt für alle Tiere.
Da es auch bei den Stehohrigen Löwen keinen Standard gibt, beschreibe ich euch wieder meine Tiere. Das Gewicht liegt bei unseren kleinsten bei 1,2 Kg. Die größeren wiegen jedoch an die 1,9 Kg. Ich finde mehr sollten sie auch nicht haben. Es sind alle Farben und Scheckungen erlaubt. Das lange Fell herrscht vor an Brust, zwischen den Ohren und dem Nacken. Ebenfalls vorhanden und erlaubt auch an den Seiten und am Po. Die Ohren sollten der Größe entsprechend sein. Dh. bei den kleinen 5 bis 6 cm, und auch bei den größeren nicht mehr als 7 cm. Schön ist, wenn sie einen Typischen Zwergenkopf haben, denn wenn der Kopf schön breit ist kommen auch die langen Haare meines Erachtens besser zur Geltung. Ansonsten passt die Beschreibung des Farbenzwerges auch auf die Löwenköpfe.
Rassebeschreibung folgt! Ist ja im Grunde ein Widder, nur halt ein sehr großer :-)
Ich verzichte hier bei meinen Rassebeschreibungen euch auf die sogenannten Fehler aufmerksam zu machen. Als Fehler bezeichnet der Züchter alle vom Standard abweichenden Merkmale eines Kaninchens. Wenn zB. der Widder die Ohren aufrecht trägt, die Häsin eine Wamme aufweist, die Fellfarbe od. Schattierunng nicht stimmt usw. Ebenso verzichte ich auf genaue Farb-beschreibungen und Schattierungen, da das Thema einfach zu langatmig ist. Wenn ihr mehr Fragen zu einer Rasse oder dem Standard habt verewigt euch in meinem Gästebuch. Ich werde euch gerne alle weiteren Fragen beantworten.